Privater Immobilienverkauf: Diese Fehler machen Eigentümer

So mancher Immobilienbesitzer verzichtet beim Verkauf auf die Unterstützung eines Immobilienmaklers. Mangels entsprechender Vorbereitung und Fachwissen können Fehler passieren. Welches die häufigsten aus Sicht von Immobilienexperten sind, zeigt eine Umfrage.
Einige Immobilienbesitzer führen den Verkaufsprozess in Eigenregie durch, ohne einen Immobilienmakler zu Rate zu ziehen. Ohne gründliche Vorbereitung und das nötige Fachwissen kann es dabei aber schnell zu Fehlern kommen mit negativen Folgen für den Vermarktungsprozess und die Höhe des Verkaufspreises.
„Einige private Eigentümer unterschätzen den zeitlichen und finanziellen Aufwand, der mit dem Verkauf einer Immobilie verbunden ist. Zudem fehlt in der Regel die Erfahrung bei der Präsentation einer Immobilie, die Kenntnis über erforderliche Unterlagen sowie das Fachwissen bei verschiedensten Fragen der Interessenten rund um Immobilien“, erklärt Beata von Poll, Mitglied der Geschäftsleitung bei VON POLL IMMOBILIEN. „Ein professioneller Makler erstellt unter anderem ein aussagekräftiges Exposé, hat Zugriff auf alle gängigen Internetportale, beantwortet alle Kundenanfragen und steht dem Verkäufer bei den Verhandlungen sowie beim Notartermin zur Seite“, so Beata von Poll weiter.
Mangelhaftes Exposé
Welche Fehler privatem Eigentümer beim Verkauf ohne Makler am häufigsten unterlaufen, dazu haben sich Immobilienexperten machen, dazu äußern sich Immobilienexperten im Rahmen einer Umfrage seitens VON POLL IMMOBILIEN. Angeführt wird die Rangliste der häufigsten Fehler von einem unzureichenden, fehlerhaften Exposé mit unprofessionellen Fotos.
Zu hoch angesetzter Preis
Auf Rang 2 folgt ein zu hoch angesetzter Angebotspreis. „Für eine erste Marktpreiseinschätzung nutzen heutzutage viele Eigentümer Online-Immobilienbewertungen. Sie basieren meist auf statistischen Methoden und geben eine Preisspanne als ersten Richtwert des Verkaufspreises an. Individuelle Ausstattungen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Immobilienwert haben können, werden bei einer Online-Immobilienbewertung jedoch nicht berücksichtigt“, sagt die Expertin von Poll. So könnten Art und Baujahr der Heizung oder die Ausrichtung der Terrasse hier nicht erfasst werden. Deshalb sei eine Immobilienbewertung durch einen Immobilienmakler oder Sachverständigen vor Ort, der alle individuellen Kenndaten des Objekts aufnimmt, immer empfehlenswert zur Ermittlung eines genauen und realistischen Verkaufspreises.
Zu starke emotionale Bindung und fehlende Unterlagen
Der dritthäufigste Fehler ist laut Umfrage die zu hohe emotionale Bindung der Eigentümer an ihre Immobilie, die für eine objektive Verhandlung und Marktpreiseinschätzung ein Hindernis darstellen kann.
Abgesehen davon stellt der private Immobilienverkauf ohne Makler Eigentümer vor weitere Herausforderungen: Fehlende Unterlagen können den Verkaufsprozess verzögern oder fehlendes Verhandlungsgeschick kann zur Hürde werden.
Unpassende Auswahl an Interessenten
Auch die unzureichende Auswahl von Kaufinteressenten kann sich negativ auswirken. „Eine gute Käuferauswahl ist äußerst entscheidend für einen erfolgreichen Vermarktungsprozess. Ein professioneller Makler übernimmt die Zielgruppenermittlung und verfügt meist über bereits vorgeprüfte Suchkunden in seiner Datenbank. Das beschleunigt den Vermarktungsprozess“, führt Beata von Poll aus. Wenn Immobilienexperten Besichtigungstermine nur mit ernsthaften Kaufinteressenten durchführen, die zur Immobilie passen, komme es außerdem nicht zu einem unkontrollierten Besichtigungstourismus.
Als weitere häufige Fehler ergab die Umfrage das Verschweigen von Mängeln, eine schlechte Erreichbarkeit des Eigentümers und fehlerhafte Grundrissangaben sowie die Wahl des falschen Vermarktungsweges oder eine mangelhafte bzw. gar keine Zielgruppenanalyse.