Mit Modernisierungen Steuern sparen

Neue Fenster in der Wohnung einsetzen, Wärmedämmung am Haus anbringen: Modernisierungen sind meist mit hohen Kosten verbunden. Ein Teil davon kann in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Worauf müssen Eigentümer achten?

Wer einen Handwerker beauftragt, um Reparaturen oder Modernisierungen am Haus oder in der selbst genutzten Wohnung durchführen zu lassen, kann dafür eine Steuerermäßigung erhalten. “Diese beträgt 20 Prozent der Kosten ohne Material und ist auf 1200 Euro im Jahr beschränkt”, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin. Aber Achtung: Förderungen dürfen nicht parallel in Anspruch genommen werden.

In der Steuererklärung geltend gemacht werden kann beispielsweise die Sanierung des Bades, Reparaturen am Dach, die Erneuerung der Fenster und Türen, Anbringung von Wärmedämmung oder die Installation einer Photovoltaikanlage. Dafür brauchen die Auftraggeber eine Rechnung, die sie zudem nicht bar bezahlt haben.

Jede Maßnahme darf nur einmal gefördert werden

Bevor Steuerpflichtige einen Auftrag vergeben, sollten sie aber genau prüfen, was sich für sie am meisten lohnt. Denn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und regionale Anbieter fördern manche Arbeiten mit einem Zuschuss oder zinsverbilligten Darlehen. Wichtig in jedem Fall: Geld gibt es auf Antrag. Dieser muss vor der Auftragsvergabe an die Handwerker oder das Bauunternehmen gestellt werden. Die KfW erwartet, dass Eigentümer sich vor Einreichen ihres Antrags informieren und möglichst einen Energieberater zu Hilfe holen.

“Wird eine solche Fördermöglichkeit in Anspruch genommen, kann zusätzlich keine Steuerermäßigung in der Einkommensteuererklärung beantragt werden”, erklärt Nöll. Der Grund: Es soll nicht doppelt gefördert werden. Dabei kommt es immer auf die geförderte Maßnahme an, nicht auf die geförderte Summe. “Wird beispielsweise die Sicherung des Hauses gegen Einbruch mit 1600 Euro gefördert und haben die Kosten hierfür 5000 Euro betragen, gibt es auch für den verbleibenden Kostenanteil keine Steuerermäßigung mehr”, erläutert Nöll.

Fördergelder gibt es beispielsweise für den altersgerechten Umbau der Wohnung oder des Hauses, Sicherungsmaßnahmen für besseren Einbruchschutz oder die Nutzung erneuerbarer Energien wie Photovoltaikanlagen.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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Grundsteuer: Illusion realitätsgerechter Werte

Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Reform der Grundsteuer sieht auf Bundesebene eine Ermittlung des Grundsteuerwerts auf Basis eines wertabhängigen Modells vor. Wertermittlungen von Immobilien sind jedoch komplex – insbesondere Wirtschaftsimmobilien sind als Spezialimmobilien nur schwerlich einer einfachen Bewertung zu unterziehen. Ein Kommentar von Dr. Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des Ausschusses Steuerrecht beim ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Entsprechend handelt es sich bei dem wertabhängigen Modell um ein Berechnungsschema mit vielen Parametern, was die Bewertung aufwendig macht und die Streitanfälligkeit für die Zukunft erhöht. Auch sind beispielsweise die Bodenrichtwerte im Zusammenhang mit der Grundsteuer nicht unproblematisch.

Wechsel des Berechnungsmodells wäre zielführender


Einerseits führen sie in Metropolregionen aufgrund ihrer dynamischen Steigerung zu nicht unbeachtlichen Herausforderungen insbesondere im Bereich Wohnen. Andererseits sind sie rein rechtlich kritisch, weil sie nicht justiziabel sind. Andere Parameter spiegeln nur statistische Wertannahmen wider. Wenn jedoch bereits die Berechnungsparameter eines Modells nur durch verallgemeinerte Werte gefüllt werden, kann das Modell wohl kaum eine realitätsgetreue Wertberechnung liefern. Es wäre daher zielführender, ein einfacheres Berechnungsmodell wie das Flächenmodell anzuwenden, anstatt sich durch eine solch komplexe und somit teure Berechnung der Illusion realitätsgerechter Werte hinzugeben.

Länderöffnungsklausel daher sinnvoll

Der ZIA begrüßt in diesem Zusammenhang die geplante Länderöffnungsklausel. Hierdurch bekommen zumindest einzelne Länder die Möglichkeit, die Grundsteuer in Form eines einfachen und unbürokratischen Flächenmodells zu erheben. Im Zuge der Länderöffnungsklausel muss jedoch sichergestellt werden, dass bei einer Nutzung des Optionsmodells das entsprechende Land keine zusätzlichen Berechnungen nach dem Bundesmodell für Zwecke des Länderfinanzausgleichs vornehmen muss. Eine Schattenberechnung nach dem Bundesmodell allein für Zwecke des Länderfinanzausgleichs wäre nicht im Sinne der politisch avisierten Entbürokratisierung.

Umlagefähigkeit der Grundsteuer beibehalten


Die Umlagefähigkeit der Grundsteuer muss nach Ansicht des ZIA erhalten bleiben. „Die Abschaffung der Umlagefähigkeit – wie sie aktuell der Berliner Senat mit einer Bundesratsinitiative plant – ist nichts anderes als eine weitere Form von verantwortungsloser Symbolpolitik“, so Volckens. In dem einen Fall könnte der Vermieter die Kaltmiete noch erhöhen, um die vorher nicht existente neue wirtschaftliche Belastung aufzufangen. Möglicherweise ist dies nicht kurzfristig möglich, mittel- und langfristig aber wird die wirtschaftliche Belastung aus der Grundsteuer in der Kalkulation berücksichtigt und somit in die Kaltmiete eingepreist.

Nur Neubau bringt eine Dämpfung des Mietpreises


Durch die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Mehrbelastung bei der Bemessung der Kaltmiete würde auch ein Anstieg der ortsüblichen Vergleichsmiete folgen. Im Ergebnis würden die Mieten steigen. In dem anderen Fall könnte der Vermieter die zusätzliche Belastung nicht in der Kaltmiete berücksichtigen. Wenn allerdings die Belastungen für Vermieter steigen, kann weniger investiert werden, etwa in energetische Modernisierungen oder insgesamt in den dringend benötigten Neubau, der wiederum eine mietpreisdämpfende Wirkung hätte. Am Ende wirkt sich ein solcher Eingriff somit vor allem auf die Mieter negativ aus. Man muss sich doch schon sehr wundern, dass der Berliner Senat solch einfachste wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht erkennt.

Umlagefähigkeit essenziell für Mieter

Für den Mieter sei es die fairste und transparenteste Lösung, wenn die Umlagefähigkeit erhalten bleibt. Außerdem sei die Grundsteuer ja gerade dafür da, für den Nutzer die entsprechend funktionierende Infrastruktur vor der Haustür zur Verfügung zu stellen – nicht dem Hauseigentümer. Der Gedanke der Abschaffung sei zudem auch verfassungsrechtlich zweifelhaft. Denn die Grundsteuer würde ohne ihre Umlagefähigkeit aufgrund der wertabhängigen Ermittlung wie eine Vermögensteuer ausschließlich auf Immobilieneigentum wirken.  

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Die Gemeinden langen kräftig hin

Die Kommunen nehmen mit ihren eigenen Steuern so viel Geld ein wie lange nicht. Besonders stark stieg im vergangenen Jahr das Aufkommen aus der Gewerbesteuer, das Unternehmen vor Ort zahlen: Hier lagen die Einnahmen mit 55,8 Milliarden Euro um 5,6 Prozent höher als im Vorjahr. Ebenfalls bedeutend ist die Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke, die 13,8 Milliarden Euro einbrachte und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommt die Grundsteuer A für agrarische Flächen mit Einnahmen von 0,4 Milliarden Euro, was einem Plus von 0,4 Prozent entspricht. Die Kommunen legen für die drei Steuern die Hebesätze selbst fest. Sie erhielten dadurch im vergangenen Jahr zusammen 70 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Demnach sind die Grundsteuereinnahmen auf dem höchsten Stand seit 1991.

Der Anstieg der kommunalen Steuereinnahmen ist zum einem auf die gute wirtschaftliche Lage zurückzuführen, wodurch etwa die Gewinne der Unternehmen steigen und damit die Höhe der Gewerbesteuer. Zum anderen erhöhen die Gemeinden seit langem die Hebesätze und steigern so deren Aufkommen, wenn auch manche Gemeinde die Hebesätze senkt oder sich mit einer geringeren Gewerbesteuerlast als Standort zu profilieren versucht. Im vergangenen Jahr haben die Kommunen generell seltener als zuvor die Steuersätze angehoben.

Öfter noch als zu einer Anhebung der Gewerbesteuer greifen Gemeinden zu einer Erhöhung der Grundsteuer – wohl auch, weil Hausbesitzer als weniger mobil im Vergleich zu Unternehmen gelten. Das trifft jeden: Die Zahlung der Grundsteuer B reicht der Hausbesitzer über die Nebenkostenabrechnung an den Mieter weiter. Zur Berechnung der Grundsteuer, zu der auch ein Einheitswert des Grundstückes und eine Grundsteuermesszahl dienen, braucht es bis Jahresende eine neue Regelung, da die Immobilienwerte zu lange nicht angepasst wurden. Der Hebesatz der Grundsteuer B stieg laut Statistischem Bundesamt bundesweit im Durchschnitt um 2 Prozentpunkte auf 472 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im vergangenen Jahr hat jede zehnte Gemeinde ihre Grundsteuer und jede zwölfte Gemeinde ihren Gewerbesteuer erhöht, wie die Beratungsgesellschaft EY berechnet hat. Die meisten Erhöhungen gab es Jahr im Saarland: Jede zweite Kommune hat dort nun eine höhere Grundsteuer. In Niedersachsen lag der Anteil bei 19 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 16 Prozent und in Bayern und Thüringen bei weniger als sechs Prozent. Deren Untersuchung bildet den durchschnittlichen Hebesatz der Gemeinden unabhängig von der Einwohnerzahl, während das Statistische Bundesamt gewichtete Werte veröffentlicht, die höher liegen. Das zeigt, dass der Hebesatz der Grundsteuer mit der Einwohnerzahl tendenziell steigt und damit in größeren Gemeinden höher liegt.

Große Unterschiede zeigen sich in der kommunalen Finanzlage und auch bei den Hebesätzen von Bundesland zu Bundesland. In Nordrhein-Westfalen haben viele Städte hohe Schulden, wozu Kommunalpolitiker auch auf den Strukturwandel verweisen. Hier ist der durchschnittliche Hebesatz unter den Flächenländern am höchsten (siehe Grafik). Die stärkste Zunahme im Aufkommen aus der Grundsteuer B erzielte im Jahr 2018 unter den Flächenländern das Saarland mit einem Plus von 6,4 Prozent und unter den Stadtstaaten Bremen mit einem Plus von 2,9 Prozent.

Der durchschnittliche Hebesatz aller Gemeinden für die Gewerbesteuer blieb wie im Vorjahr bei 402 Prozent. Gleichzeitig lag das Gewerbesteueraufkommen in allen Bundesländern im Jahr 2018 über dem des Vorjahres: Hamburg erreichte Mehreinnahmen von 14 Prozent, Rheinland-Pfalz von 12,1 Prozent und das Saarland von 11,4 Prozent.

Quelle: F.A.Z.

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