Lohnt sich der Immobilienkauf in Deutschland?

Verbraucher in Deutschland sehen sich angesichts der angespannten Wohnsituation in deutschen Großstädten immer wieder vor einer entscheidenden Frage: Immobilienkauf oder Miete? Das Hamburgische Wirtschaftsinstitut hat diesbezüglich eine Studie aufgestellt und kam zu einem klaren Ergebnis.

In Großstädten leben Mieter günstiger als Käufer

Auf dem deutschen Immobilienmarkt herrscht seit einigen Jahren Anspannung, die Immobilienpreise steigen unermüdlich und mit ihnen die Mieten. Eine Datenerhebung des Empirica Instituts hat Miet-und Kaufpreisdaten ermittelt und dementsprechend aufstellen können, in welchen Städten das Kaufen bzw. das Mieten von Immobilen zu bevorzugen ist.

Allgemein stellt die Studie heraus, dass in Großstädten Mieter signifikant besser abschneiden als Käufer von Immobilien. Und das, obwohl die Mieten in deutschen Ballungsräumen im letzten Jahrzehnt um bis zu 90 Prozent gestiegen sind und die Bau- und Kauffinanzierung aufgrund von niedrigen Zinsen von durchschnittlich 1,33 Prozent pro Jahr besonders günstig erscheint. Doch die Quadratmeterpreise sind gleichermaßen exponentiell gestiegen.

Käufer zahlen bis zu 20 Prozent mehr als Mieter

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hat zur präzisen Evaluation des deutschen Immobilienmarktes eine Studie aufgestellt, welche finanziellen Belastungen von Käufern bzw. Mietern im Verhältnis zum regionalen Durchschnittseinkommen zu erwarten sind. Die Studie ergab ein eindeutiges Ergebnis: In Deutschlands größten Städten ist das Mieten signifikant günstiger als der Immobilienkauf.

Die teuerste Stadt in Deutschland ist München, hier müssen Verbraucher mit einem Durchschnittseinkommen von knapp 58.000 Euro pro Jahr etwa ein Viertel des Haushaltseinkommens für die Miete einer 70 Quadratmeter Wohnung ausgeben. Der Immobilienkauf für ein vergleichbares Objekt würde hingegen 46,8 Prozent des Einkommens konsumieren. Aber auch in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart müssen Immobilienkäufer zwischen 30 und 38,5 Prozent des Einkommens aufbringen, während für die Miete 21 bis 23 Prozent des Einkommens benötigt werden. Demnach ist der Immobilienkauf für den Durchschnittsbürger in deutschen Großstädten kaum möglich.

Die Vorteile des Immobilienkaufs

Gewisse Vorteile des Immobilienkaufs gegenüber der ewigen Miete bestehen jedoch auch. Sofern Käufer ihre Wohnung oder das Haus im Alter abbezahlt haben, wird die Rente nicht mehr so stark belastet, wie es bei fortlaufender Miete der Fall wäre. Zudem bedeutet das Mieten einen endgültigen Verlust des Kapitals, während beim Immobilienkauf lediglich die Zinsaufwendungen für den Käufer endgültig verloren gehen. Denn das eigene Objekt kann im Bestfall Wertsteigerung erfahren und gegebenenfalls wieder veräußert werden, es stellt somit ein soldies Investment dar. Wohingegen gemietete Objekte für den Mieter keine Kapitalanlage darstellen.

Dementsprechend stellt die Entscheidung zwischen Kauf und Miete immer eine Entscheidung zwischen persönlichen Präferenzen dar, die Vergleichszahlen können dennoch bei der Entscheidung helfen und vor Fehlern und falschen Informationen schützen.

Quelle: von Redaktion Anlegen in Immobilien

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