Eigenheim für viele trotz Niedrigzins unerschwinglich

Die Baubranche boomt seit Jahren, die Kosten explodieren. Deshalb platzt für viele Verbraucher trotz günstiger Finanzierungskosten der Traum von den eigenen vier Wänden. Das bemängelt der Bundesverband für Immobilienwirtschaft (BVFI). Alleine in den letzten drei Jahren sind die Preise für Wohngebäude pro Quartal im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum um mindestens drei, maximal fast fünf Prozent gestiegen, so der Marktbeobachter Statista.

Hinzu kommen die gestiegenen Kosten für die Grunderwerbssteuer; Neufassungen von Energiespar- und Bauverordnungen sind ebenfalls Kostentreiber. „Die Verordnungen sind teils energiepolitisch unsinnig und oft unverhältnismäßig“, ärgert sich Jürgen Engelberth, Vorstandsvorsitzender des BVFI. „Man denke nur an Bauvorhaben, deren Wohneinheiten ausschließlich an Kunden jenseits der 50 Jahre verkauft wurden, bei denen das Bauamt aber darauf bestand, einen horrend teuren Kinderspielplatz für die Anwohner zu bauen.“ Außerdem werde naturgemäß vornehmlich hochpreisig und margenträchtig gebaut, für Wohnraum für schmalere Portemonnaies fehle jede Förderung, so der Verbands-Chef weiter.

Dabei wäre es für den Staat vorteilhaft, zum Beispiel Eigenkapitalersatzdarlehen zur Verfügung zu stellen. Diese Darlehen befähigten Menschen der mittleren und unteren Gehaltsklassen eine solide Finanzierung für das Eigenheim aufzustellen und der Bedarf an günstigem Wohnraum würde bedient werden. Im seit einem Jahrzehnt anhaltenden Niedrigzinsumfeld überschwemmt die Europäische Zentralbank den Markt ohnehin mit zinsgünstigen Darlehen.

Da es sich nicht um eine Subvention, sondern ein Darlehen handelt, fließt das Kapital zum Staat zurück. „Wir setzen uns dafür ein, dass Bauvorschriften vereinheitlicht werden und die Bundesregierung die Schaffung von günstigem Wohnraum für einen Großteil der Bevölkerung endlich vereinfacht und zielgerichtet fördert“, so Engelberth weiter. Denn der Wohnraumbedarf – insbesondere in Metropolregionen – übersteigt Neubau und Umwidmung seit Jahren bei Weitem.

www.xing.de